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Was Krankheiten die Arbeitgeber kosten

Karin Breidbach

Wenn ein Mitarbeiter erkrankt, wirkt sich das nicht nur auf die betrieblichen Abläufe aus, sondern auch auf die Arbeitskosten. Denn für sechs Wochen zahlt der Chef das volle Gehalt weiter – das ist gesetzlich so geregelt. Erst danach springt die Krankenkasse ein und zahlt 70 Prozent des Bruttoverdienstes.

Für die Unternehmen sind die Ausgaben für die Entgeltfortzahlung in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Verantwortlich dafür sind unter anderem die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und die höheren Löhne. Zudem steigen seit mehr als einem Jahrzehnt die Krankenstände kontinuierlich an.


Im Schnitt war jeder Arbeitnehmer in Deutschland für 18,4 Tage krankgeschrieben – im Jahr 2018 waren es 18,5 Tage.
Die deutschen Unternehmen mussten im Jahr 2019 insgesamt 67,5 Milliarden Euro für erkrankte Mitarbeiter aufwenden – 3,4 Milliarden Euro mehr als 2018.

Für das krisengeplagte Jahr 2020 ist mit einer Fortsetzung des Trends zu rechnen. So ist der Krankenstand zu Beginn der Pandemie im März sprunghaft gestiegen, passte sich in den Sommermonaten aber wieder an das Niveau des Vorjahres an. Doch schon der einmalige Ausschlag im Frühjahr wird den jahresdurchschnittlichen Krankenstand erhöhen. Zudem ist von steigenden Fehlzeiten in den laufenden Wintermonaten auszugehen.

Dämpfend wirken dagegen die gestiegene Arbeitslosigkeit sowie die Kurzarbeit, da sich die Entgeltfortzahlungspflicht auf die tatsächlich geleistete Arbeit bezieht.
Unabhängig davon wird langfristig auch die Alterung der Belegschaften die Gehaltskosten für erkrankte Mitarbeiter in die Höhe treiben, da das Risiko für langwierige Erkrankungen mit zunehmendem Alter steigt. Umso wichtiger ist daher ein Gesundheitsmanagement in den Betrieben, um diesen Erkrankungen vorzubeugen.

Quelle: IW Köln