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Verschlechtert der zweite Lockdown und die Sorge vor Mutationen die Lage der M+E Unternehmen in der Region?

 

Koblenz, 18.02.2021 – Ende Januar erfolgte die bereits fünfte bundesweite Befragung von über 1.700 Unternehmen aus der M+E Industrie. Daran beteiligte sich auch vem.die arbeitgeber e.V. mit seinen Mitgliedsunternehmen. Die Umfrage soll Aufschluss darüber geben, wie sich die Lage durch den zweiten Lockdown verändert hat. Hatte er nur negative Auswirkungen oder sieht die M+E-Industrie langsam ein Licht am Ende des Tunnels?

Seit letzter Woche ist klar, wir benötigen noch mehr Durchhaltevermögen bis wir wieder zur Normalität zurückkehren können. Corona hat die Unternehmen und Beschäftigten weiterhin fest im Griff. Das spiegelt sich auch in der M+E Industrie in Rheinland-Rheinhessen wider. Jedes fünfte Mitgliedsunternehmen des vem.die arbeitgeber e.V. muss aktuell erhebliche Corona-bedingte Einschränkungen hinnehmen. Die Nutzung von Kurzarbeit ist mit 39 Prozent weiterhin auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Ein Viertel der Befragten erwartet für das Jahr 2021 erneut einen Umsatzrückgang. „Für die meisten Unternehmen ist das Geschäftsjahr 2021 noch sehr unsicher. Das liegt auch zu großen Teilen daran, dass im Moment keiner weiß, wie lange der Lockdown und die damit verbundenen Einschränkungen noch anhalten“, meint Thorsten Bröcker, Hauptgeschäftsführer vem.die arbeitgeber e.V. Verschärft werde dies durch die zunehmende Anzahl der Mutantennachweise und Grenzschließungen wie im Frühjahr 2020.

In Teilen hat sich die Lage im Vergleich zur Vorumfrage sogar verschlechtert. Nur noch 10 Prozent der befragten Unternehmen geben mittlerweile an, nicht von der Corona-Pandemie betroffen zu sein. „Das Ziel des Vorkrisenniveaus aus 2018 ist für viele Unternehmen noch lange nicht erreicht“, so Bröcker. „Nach 10 Jahren Wirtschaftswachstum befanden wir uns 2019 bereits in einer Rezession und dann schlugen Anfang 2020 die Auswirkungen der Pandemie massiv zu. Es leiden aktuell viele Unternehmen unter der fehlenden Nachfrage. Das ist weiterhin, neben Lieferkettenproblemen und dem Ausfall von Personal, einer der Hauptgründe für die Einschränkungen in der Produktion. „Bis zur vollständigen Erholung wird es noch ein langer Weg“, so Bröcker weiter. Für manche Unternehmen, ergänzt der Hauptgeschäftsführer, werde der Aufholprozess bis weit in die zweite Hälfte des Jahrzehnts dauern.
„Trotz dieser widrigen Rahmenbedingungen und der enormen Unsicherheit setzen die M+E-Unternehmen darauf, Beschäftigung möglichst zu halten. Das entspricht auf der gelebten sozialen Verantwortung unserer Mitglieder“, so Bröcker.

Ähnliches gilt auch für laufende oder geplante Investitionsprojekte. Unternehmen, die nur bedingt durch die Corona-Krise betroffen sind, planen Investitionserhöhungen. Aber auch krisengeplagte Firmen halten teilweise an ihren Projekten fest, leider gelingt das nicht allen. „Vielen Unternehmen fehlt im Moment der Umsatz, um das Investitionsniveau zu halten. Es wird für manche eine riesige Herausforderung, an ihren Zukunftsplänen festzuhalten. Sie müssen gleichzeitig, trotz der anhaltenden Rezession, neues Wachstum generieren, um die Verluste aus 2020 und teilweise noch aus 2019 auszugleichen. Parallel dazu stecken wir mitten in der Transformation der industriellen Leit-Branche“, so Thorsten Bröcker. „Momentan müssen die Unternehmen sehr viel bewältigen und wir bleiben optimistisch, dass dies alle schaffen“, so Bröcker.