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M+E MITTE drängt in 4. Tarifverhandlung auf zügige Lösung

Karin Breidbach

Tarifrunde 2021: M+E MITTE drängt in 4. Tarifverhandlung auf zügige Lösung
Bröcker: „Tarifabschluss muss die heterogene wirtschaftliche Situation der Betriebe berücksichtigen“


Die Arbeitgeberverbände der Tarifgemeinschaft M+E MITTE haben heute die Verhandlungen mit der IG Metall für die 380.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland fortgesetzt, aber noch keine Einigung erzielt. Ein neuer Gesprächstermin wird gesucht.

Der Verhandlungsführer von M+E MITTE, Johannes Heger, machte deutlich: „Der Herausforderungs-Mix aus Strukturwandel, Rezession und krisenverschärfender Pandemie stellt den Flächentarifvertrag vor eine entscheidende Bewährungsprobe.“ Er betonte, dass es den Arbeitgebern angesichts der äußerst heterogenen Entwicklungen einzelner M+E-Branchen und Unternehmen sowie der großen Unsicherheit, wann das Vorkrisenniveau von 2018 wieder erreicht werde, um die Sicherung der Unternehmen und der Arbeitsplätze gehe. „Nur wenn die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und sichergestellt ist, dass sie ausreichend Liquidität haben und in der Lage sind, in die Zukunft zu investieren, können sie die Arbeitsplätze sichern und erhalten.“

Thorsten Bröcker, Hauptgeschäftsführer des vem.die arbeitgeber e.V. und zuständig für die M+E-Unternehmen in Rheinland-Rheinhessen ergänzt angesichts des historischen Einbruchs der Produktion und der Pandemie-Folgen, einer weiterhin unsicheren Ausgangssituation durch Mutationen, wackligen Lieferketten und Erschwernissen für grenzüberschreitende Pendler zwischen Deutschland und Frankreich: „Kostensteigerungen für das Jahr 2021 wären jetzt das falsche Signal. Zunächst müssen sich unsere Unternehmen aus der Krise herausarbeiten. Wir haben bereits in der letzten Verhandlung der Gewerkschaft eine Struktur für die Lösung der Tarifrunde angeboten. Hierzu haben wir bisher nur pauschale Ablehnung gehört. Wir benötigen aber angesichts einer gigantischen Spreizung zusätzlich eine Absenkungsoption für Betriebe, die sich die Entgelterhöhung nicht leisten können, z. B. in der komplett eingebrochenen Luftfahrtindustrie.“

Das durchschnittliche Jahresentgelt in der M+E Industrie in den drei Bundesländern liegt bei 58.000 Euro. Und es ist, wenn man alle Vereinbarungen einrechnet, von 2018 bis 2020 um 8,3 Prozent gewachsen. Deshalb ist für Bröcker bei allem Verständnis für die Beschäftigten ein Verzicht auf eine weitere Einkommenssteigerung 2021 auch verkraftbar. Dem Hinweis auf Unternehmen, denen es gut geht, stellte er den weitaus größeren Teil der M+E-Branchen und Unternehmen gegenüber, die aktuell eine problematische Geschäftsentwicklung aufweisen.

„Wir brauchen einen zeitnahen Abschluss“, so Bröcker weiter. „Verzögerungen, wie sie die IG Metall anzustreben scheint, helfen keinem. Zudem werden Lösungen gemeinsam am Verhandlungstisch erarbeitet und nicht mittels Autokorsos und Kundgebungen auf der Straße. Unsere Struktur für eine Lösung ist ein Angebot, welches die Gewerkschaft bisher nicht ernsthaft zur Kenntnis nehmen will.“