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Arbeitsplatz mindestens genauso sicher wie das Homeoffice

„Die angedachte Verpflichtung für Unternehmen, Ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken, ist der falsche Weg“, so Thorsten Bröcker. Die Gründe sind vielfältig: Nicht jeder Arbeitsbereich kann von zu Hause arbeiten, nicht jedes Unternehmen hat die ausreichenden Ressourcen und auch die digitale Infrastruktur, gerade in Rheinland-Pfalz, macht flächendeckendes Homeoffice schlichtweg nicht möglich. „Viele Unternehmen setzen Homeoffice bereits erfolgreich um. Und für die Beschäftigten, die auf Grund ihrer Tätigkeit im Betrieb arbeiten müssen, gibt es umfangreiche Hygienekonzepte, die penibel eingehalten und konsequent kontrolliert werden“, so Bröcker weiter. „Die aktuelle Veröffentlichung des RKI zeigt deutlich, dass der Arbeitsplatz zu den Lebensbereichen mit einem niedrigen Infektionsrisiko gehört.“


Der Arbeitsplatz ist kein Infektions-Hotspot

Die Betriebe setzen seit Beginn der Pandemie sorgfältig umfangreiche Arbeitsschutzbestimmungen und die SARS-CoV-2-Arbeitschutzregel um. Dies sorgt dafür, dass es in den Betrieben kein nennenswertes Infektionsgeschehen gibt. Die Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten sind vielfältig: Versetzte Schichtzeiten, räumliche und zeitliche Trennungen von Teams, versetzte Pausenzeiten oder erweiterte Öffnungszeiten. Geschäftsreisen wurden vollständig untersagt oder stark eingeschränkt. Nahezu sämtliche Meetings oder Besprechungen werden nur noch telefonisch oder virtuell durchgeführt.

 

Die Unternehmen verweigern kein Homeoffice
Mobiles Arbeiten wurde bereits vor der Pandemie in vielen Unternehmen betrieblich geregelt und genutzt. Hier soll etwas politisch erzwungen werden, was betrieblich schon längst gelebte Praxis ist. „Der Erhalt der Beschäftigung steht gerade an erster Stelle, daher schaffen die Unternehmen schon aus eigenem Interesse und ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung heraus, die Rahmenbedingungen, um ihre Beschäftigten zu schützen. Hier liegt die Verantwortung aber vor allem auch bei den Beschäftigten selbst, indem sie sich an die Maßnahmen halten“, so Thorsten Bröcker.

 

Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen
Ungeachtet der Tatsache, dass es aufgrund fehlender Breitbandverbindungen und weiterer technischer Infrastruktur gar nicht möglich ist, allen Beschäftigten die mobile Arbeit anzubieten, gibt es zahlreiche andere Rahmenbedingungen, die diesen politischen Vorstoß nicht realisierbar machen.
Die Schließung von Kindergärten und Schulen stellt die Beschäftigten gerade im häuslichen Milieu vor enorme Herausforderungen. Für diese Mitarbeiter fallen zusätzlich zu den Arbeitsaufgaben noch die nicht unerheblichen Belastungen durch die Homeschooling-Begleitung an. Hier rächt es sich jetzt, dass die Politik nicht schon bereits frühzeitig einen vernünftigen Rahmen in Form von tauglichen Schullösungen und insbesondere den Ausbau der Digitalisierung noch nicht weit genug vorangetrieben hat.

Nicht nur die Beschäftigten und die Wirtschaft müssen Maßnahmen ergreifen, auch die Politik muss sich fragen, ob Sie nicht noch mehr und schneller etwas tun kann, um die Situation zu verbessern.